Festival Rümlingen

«In Szene»

7 Landschaftsopern


Teil 1, 15./16./17. und 18. August: Ruedi Häusermann
«Tonhalle»
(Neue Dorfstrasse 1a) in Rümlingen


Teil 2, 17. und 18. August: Rundgang «In Szene»:
Einlass laufend: Freitag 17. August, 17.00 — 20.00 Uhr; Samstag 18. August, 16.00 — 20.00 Uhr; Ende 23.00 Uhr.


Konzepte und Uraufführungen von: Peter Ablinger, Mauro Hertig, Ruedi Häusermann, Clara Iannotta, Mischa Käser, Barblina Meierhans und Manos Tsangaris

Rundgang «In Szene»

Landschaften sind eine beliebte Kulisse im Inneren von Opernhäusern. Das Festival Neue Musik Rümlingen geht nun den umgekehrten Weg und trägt die Oper in die Landschaft hinaus, inszeniert sie als Musiktheater, ja macht sie zum eigentlichen Akteur. International bekannte KomponistInnen schaffen zwischen Rümlingen und Buckten sieben neue Landschaftsopern. Das Festivalpublikum begibt sich an zwei Abenden auf eine Wanderung durch diese Inszenierungen von Landschaft und ist eingeladen, der Rümlinger Dramaturgie über Wellen und Täler zu folgen.


  • Das Festival beinhaltet eine Wanderung von rund 3 1/2 Stunden.
  • Gutes Schuhwerk wird empfohlen.
  • Das Festival ist nicht rollstullgängig.
  • Das Festival beginnt in Rümlingen und endet am Bahnhof Buckten. Wir empfehlen daher die Anreise mit Bus und Bahn, auf dem Gelände ARPE AG Buckten stehen Parkplätze zur Verfügung.

Meeresgestade, Waldlichtungen, Wegkreuzungen, Schluchten und Grotten: die Landschaft bot dem Musiktheater schon immer eine eindrucksvolle und atmosphärische Kulisse. In Rümlingen nun dreht sie für einmal den Spiess um und setzt sich selber «In Szene» – mit sieben «Landschaftsopern». Auf diese Weise lässt sie sich in einem zwei- bis dreistündigen Rundgang erwandern und dabei erschauen, erhören und ergehen. Die Natur selber, die Umgebung wird zum Spektakel.

So bietet der Österreicher Peter Ablinger einmal mehr Gelegenheit zum freien Hinhören, wie er es vor über zwanzig Jahre bereits für Rümlingen auf legendäre Weise entwarf, als er Stühle in die Landschaft stellte. Dieses Mal auf Orientteppichen ruhend, kann das Publikum die Landschaft neu durch sanfte Schleier hindurch sehen, hören und erleben. Dazu wird Minzentee gereicht.

Der junge Schweizer Mauro Hertig, der bereits vor zwei Jahren für das Thema «Glocken» ins Baselbiet kam und eine stimmungsvolle nokturne Performance zeigte, entwirft eine Szenerie am Ort eines kleinen Flughafens. Mischa Käser aus Zürich wiederum lädt ins lauschig-wilde Waldtheater, und auf dem Dorfplatz baut Ruedi Häusermann seine «Tonhalle» auf, ein eigenes Opern- oder Konzerthaus, eine kleine Scala oder eine Mini-Elbphilharmonie auf dem Dorfe, sogar mit enthusiastischem Musikliebhaber, der durch den Anlass führt, aber doch ganz intim für unser Publikum. Mit dem Komponisten Manos Tsangaris ist ein weiterer alter Freund Rümlingens mit von der Partie, der die Natur belebt und zum schwingen und singen bringt. Erstmals hingegen konzipieren und komponieren Barblina Meierhans und Clara Iannotta, zwei junge Stars der Neuen Musik, für das Festival.

Und natürlich kommt auch der Mensch bei diesen Landschaftsopern ins Spiel, wenn auch nicht als pechschwarzer Bass, als leidenschaftlicher Tenor oder als wahnsinnige Koloratursopranistin – sondern doch momenteweise singend – und vor allem als hörender Teil eines Ganzen, eine Landschaft, die sich ihm hier auf eigene und neue Weise erschliessen mag: in einem zulassenden, wenn auch längst nicht passiven Hören, wie Ablinger schreibt: «also ein Hören ohne Subjekt? / ein Hören ohne Mensch? / – zumindest ohne menschelnden Mensch / ein Wir-Hören? / ein Uns-Hören? / ein Umhören? / ein Aufhören!»


Thomas Meyer


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